Buch schreiben

Welche Erzählperspektive beim Buch schreiben?

Jede Geschichte hat einen Erzähler

Für welche Erzählperspektive entscheidest du dich?

  • Als Autor bedienen wir uns einer fiktiven Person um unsere Geschichte zu erzählen.
  • Der Erzähler kann eine Figur der Geschichte sein, muss er aber nicht.
  • Er oder Ich? Wer erzählt die Geschichte?
  • Oft bleibt der „Erzähler“ unsichtbar, der Leser erfährt nicht wer der Erzähler ist und auch du als Autor bist du da nicht schlauer, denn meist spielt es für die Geschichte keine Rolle.
Buch schreiben

Es gibt 3 wesentliche Erzählperspektiven

1. Der allwissende (auktoriale) Erzähler: Er weiß alles und hat die Macht

2. Der personale Erzähler: Die Geschichte wird in der dritten   Person (Er / Sie) erzählt

3. Der Ich-Erzähler: Der Erzähler ist eine Figur der Geschichte

Der allwissende Erzähler

  • Du stattest den Erzähler mit uneingeschränkter Macht aus: Er ist Gott und schwebt über der Geschichte
  • Der Erzähler weiß alles – im Gegensatz zu den handelnden Figuren.
  • Er weiß, was bisher geschah. Er weiß, was geschehen wird.
  • Er kennt die Gefühle und Gedanken deiner Figuren.
  • Er springt in seiner Erzählung nach belieben in die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft.
  • Der Erzähler wertet und kommentiert die Geschichte.

Achtung: Alles zu wissen wird für den Leser schnell langweilig!

Buch schreiben

Der personale / Er- /Sie – Erzähler

  • Der Erzähler schlüpft in die Rolle einer Buchfigur und schildert die Geschichte aus deren Sicht. Er schaut der Figur sozusagen über die Schulter.  
  • Dabei greift er auf die Personalpronomen Er und Sie zurück oder gebraucht die Namen der handelnden Charaktere (keine Ich Form!)

Die Erlebnisse werden in der dritten Person geschildert:

Joshua zog seine Jacke an. Dann nahm er sein Handy von der kleinen Ablagefläche im Flur und steckte es in seine Tasche. Plötzlich hörte er Stimmen aus dem angrenzenden Nebenraum, doch was genau diese sagten konnte er nicht verstehen. Aber er war sich ziemlich sicher, zu wem diese Stimme gehörte.

  • Der Erzähler weiß nicht alles. Er kann nur erzählen, was diese Figur erlebt, denkt, weißt und fühlt. Er ist im Bewusstseinshorizont dieser Figur “gefangen“
  • Alle anderen Dinge oder Hintergründe über andere Figuren, können dem Leser nicht vermittelt werden. 
  • Der personale Erzähler wertet und kommentiert die Geschichte nicht. Er beschreibt  die Erlebnisse der Figuren und spielt dabei selbst keine Rolle für die Handlung.

Diese Form ist die beliebteste & populärste Erzählperspektive.

Die Beschränkung nicht alles zu wissen, macht die Geschichte für den Leser interessant!

Der Ich – Erzähler

  • Der Ich-Erzähler ist gleichzeitig auch handelnde Figur und wird für den Leser als Person greifbar.
  • Der Ich-Erzähler ist eine Buchfigur – meist der Protagonist.
  • Er erzählt die Geschichte aus seiner Sicht.
  • Er erzählt was er erlebt, denkt, fühlt und weiß, kann aber auch verschiedenen Perspektiven einnehmen: Das erzählende Ich kann eine Geschichte rückwirkend erzählen und somit allwissend in Bezug auf die vergangene Geschichte sein. Das personale Ich erlebt die Geschichte selbst und kann somit nur wissen, was es im Moment erlebt oder woran er sich gerade erinnert.

„Ich zog meine Jacke an. Dann nahm ich das Handy von der Ablagefläche im Flur und steckte es in meine Tasche…“ •Die Ich-Erzählung ermöglicht die größtmögliche Identifikation des Lesers mit der Geschichte. Sie besitzt die größte Unmittelbarkeit und eine hohe Glaubwürdigkeit und Authentizität. Dem Leser fällt es leicht sich mit diesem Erzähler zu identifizieren.

Der Leser sieht die erzählte Welt aus den Augen des Ich-Erzählers!

Perspektiven wechseln & kombinieren

Erzählperspektiven lassen sich kombinieren bzw. kann zwischen verschiedenen Perspektiven gewechselt werden.

  • Mit dem Kombinieren von Erzählperspektiven kannst du Limitierungen umgehen, denen dein Haupterzähler unterworfen ist.
  • Der Wechsel zwischen verschiedenen Figuren, wird in der Erzählform als Multiperspektive bezeichnet.
  • Es kann mehrere Ich-Erzähler in deiner Geschichte geben.
  • Du kannst auch in der personalen Erzählform zwischen verschiedenen Figuren wechseln und Ich-Erzähler und Er- / Sie-Erzähler kombinieren.

Deine Erzählperspektive finden

Die Erzählperspektive können wir erkennen, indem wir den Text fragen:

„Wer erzählt die Geschichte?“ und „Was kann der Erzähler eigentlich wissen?“

Wenn wir danach fragen, was der Erzähler weiß, gibt es eigentlich nur drei mögliche Antworten.

Entweder weiß der Erzähler alles über die Handelnden oder er weiß es nur von einer oder mehreren Personen oder aber er weiß gar nichts und kann eine Situation nur von außen betrachten.

Probiere die verschiedenen Perspektiven aus

Probiere jede der vorgestellten Perspektiven einmal aus, um direkt beim Schreiben festzustellen, welche dir liegt und am besten zu deiner Geschichte passt. Schreibe dazu einfach drei bis fünf Sätze in der jeweiligen Perspektive.

Wünsche Dir ganz viel Freude beim Ausprobieren und bin gespannt, in welcher Perspektive du dein Buch schreibst. Lass mir doch gerne einen Kommentar da!

ALOHA, DEINE JANET

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